Bezirk Nordhessen

Infos zum Jugendwerk

Allgemeine Infos zum Jugendwerk

Die Zukunft wird von Leuten bestimmt, die sie selbst nicht erleben werden. Diejenigen, die jetzt die Macht haben, zu entscheiden und zu handeln, schaffen Fakten für die kaum an den Entscheidungen beteiligten Kinder und Jugendlichen.

Jugendverbände tragen dazu bei, die Visionen und Utopien der jungen Generation zu transportieren und ihnen Beachtung zu verschaffen. Dies sind Vorstellungen von einer Welt, in der es sich auch morgen noch zu leben lohnt.

Das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt ist einer dieser Jugendverbände. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat seit ihrer Gründung als Selbsthilfeorganisation 1919 die Förderung von Kindern und Jugendlichen als wichtige Aufgabe in ihre Arbeit aufgenommen. Dazu gehörte u.a. die Durchführung von Ferienfreizeiten. Ende der sechziger Jahre wurde die Gründung eines eigenen Jugendverbandes vorbereitet. Die Initiative ging von AWO-Mitgliedern aus, die auf wenige Wochen begrenzten Ferienfreizeiten etc. um eine selbstbestimmte und langfristig orientierte Kinder- und Jugendarbeit ergänzen wollten. Der Jugendverband gab sich eine eigene Satzung und erhielt den Namen „Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt“.

Heute arbeitet das Jugendwerk selbständig im ganzen Bundesgebiet. Das Bundesjugendwerk, der Zusammenschluss aller Bezirks- und Landesverbände, wurde 1978 in Bonn gegründet und 1981 in den Bundesjugendring aufgenommen. Der ursprünglichen Beschränkung auf Jugendgruppenarbeit, Ferienfahrten, außerschulische Jugendbildung, innerverbandliche Demokratieausübung und jugendpolitische Interessenvertretung folgte später die Schaffung und Übernahme eigener Einrichtungen der Jugendhilfe.

Die Diskussion um das Selbstverständnis des Jugendwerks ist keineswegs abgeschlossen. Da es keine starren Vorgaben gibt, können die Mitglieder des Jugendwerks Inhalte und Aufgaben ihrer Verbandsarbeit von Zeit zu Zeit neu definieren. Das Jugendwerk hat ein Profil, das von der Initiative und der Kreativität seiner Mitglieder geprägt wird.

Kinder- und Jugendgruppen sind die Basis des Jugendwerks. Hier gestalten Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Gleichaltrigen ihre Freizeit nach eigenen Vorstellungen. Die Gruppen ermöglichen neue Erfahrungen außerhalb von Familie, Schule und Berufsausbildung und sind auch ein Gegenexperimentieren, Standpunkte klären und Orientierung für die eigene Identität finden können. Angesichts oft eingeengter Entfaltungsmöglichkeiten brauchen Kinder und Jugendliche Räume, in denen sie Kooperation, Solidarität und Konfliktfähigkeit spielerisch erlernen können.

Ein entsprechend wichtiges Anliegen des Jugendwerks ist es daher, dass Kinder und Jugendgruppen ihre eigenen Räume erhalten. Bereitstellung und Erhalt müssen politisch durchgesetzt werden:

Dies ist die Schnittstelle zwischen pädagogischer und politischer Arbeit. Hier lernen Betroffene, ihren Verband zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen zu nutzen.

Für Jugendliche besteht Kulturaneignung heute nicht mehr in der Übernahme tradierter bürgerlicher Kulturinhalte, sondern ist eine Suche nach neuen Formen von Alltagskultur. Sie entsteht, wenn Jugendliche ihre Umwelt begreifen und ihren Alltag selbst gestalten. Die Arbeit des Jugendverbandes schafft Räume, in denen Kinder und Jugendliche ihrem Alter entsprechend ihren jeweiligen kulturellen Stil entdecken, entwickeln und ausprägen können. Die Verbandsarbeit unterstützt sowohl die individuelle Lebensstilsuche als auch die Entwicklung kultureller Gruppenidentitäten.

Jugendaustausch: Das Jugendwerk der AWO fördert den Kontakt zwischen Deutschen und ausländischen Jugendlichen im In- und Ausland. In Jugendbegegnungen, Workcamps und Studienfahrten werden die Lebenssituation des Partnerlandes reflektiert und so eine Chance geboten, Vorurteile abzubauen. Der Rückblick auf die deutsche Geschichte, zunehmende Fremdenfeindlichkeit, die Rolle des geeinten Deutschlands und Wege zu einer multikulturellen Gesellschaft sind wichtige Themen unserer internationalen Jugendarbeit. Wir wollen insbesondere die jungen Menschen an unseren Programmen teilhaben lassen, die aus sprachlichen, finanziellen oder sozialen Gründen nicht ins Ausland fahren können, und ihnen die Möglichkeit geben, durch persönliche Begegnung ausländische Altersgenossen und fremde Kulturen kennen und verstehen zu lernen.

Die Bildungsangebote im Jugendwerk eröffnen neue Erfahrungen. Die Jugendwerker nehmen entsprechend ihren Interessen Einfluss auf die Planung der Bildungsangebote.

Wichtige Ziele der Bildungsarbeit sind, die Bereitschaft zur Kooperation und Solidarität zu fördern und die Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktaustragung zu erproben. Das Jugendwerk bietet die Ausbildung von Jugendgruppenleiterinnen und Freizeitteamrinnen, Computer-, Video- und Fotokurse, Seminare zur politischen Orientierung, Bildungsurlaube, Studienfahrten und Kreativworkshops an.

Arbeit und Ausbildung sind soziale Grundrechte, doch diese Rechte sind ungleich verteilt. In allen Bundesländern gibt es Jugendliche, die durch die Maschen fallen, weil ihnen ein Schulabschluss fehlt, weil sie Schwierigkeiten haben, sich in Arbeitsprozesse einzugliedern, weil ihnen von Anfang an jene Förderung versagt blieb, die in anderen gesellschaftlichen Schichten so selbstverständlich ist.

Arbeitslos zu sein, ist der Einstieg in den sozialen Abstieg, in Isolation, in Krankheit, in Perspektivlosigkeit. Wir wissen, dass Arbeitslosigkeit kein individuelles Problem ist. Wir mischen uns ein, in Arbeitsbedingungen, in Arbeitsmarktpolitik der Gewerkschaften. Und wir mischen uns ein in die Arbeitslosenprojekte der Arbeiterwohlfahrt, erarbeiten gemeinsam mit dem Erwachsenenverband Ideen, Konzepte und Projekte. Wir besetzen Nischen in unserer Gesellschaft mit eigenen Arbeitsprojekten. Hier wollen wir nicht nur Produkte herstellen, sondern auch Perspektiven und Chancen für einen (Neu-)Einstieg in die Arbeitswelt schaffen.

Jugendliche haben etwas zu sagen. Die Jugendverbände bringen die Interessen und Rechte der Jugendlichen kontinuierlich in die politischen Diskussionen und Entscheidungsprozesse ein. Nicht nur das Jugendzentrum und der Kinderspielplatz sind Gegenstand jugendpolitischer Interessen. Die gerechte Verteilung von Arbeit und Vermögen, der schonende Umgang mit der Natur, die Friedenssicherung durch Abrüstung, die Freundschaft mit anderen Völkern und der Ausstieg aus der Nukleartechnologie sind wichtige Themen, die heute für die Zukunft vorentschieden werden. Jugendpolitische Interessenvertretung in Jugendringen, Jugendhilfeausschüssen, AWO-Gremien, kommunalen Parlamenten, Parteien, Gewerkschaften und Zweckverbännden sind als Sicherung der Lebensgrundlagen einer jungen Generation zu begreifen. In diesen Gremien sitzen unsere jugendlichen Mitglieder und machen Politik für die Jugend.

Projekte sind zeitlich begrenzte und ergebnisorientierte Zweckgemeinschaften die sich zusammen bringen um mit ihren verschiedenen Erfahrungen ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Wir wissen, dass unser Jugendverband für viele Mitglieder nicht der zentrale Mittelpunkt ihres Lebens ist, sondern ein Betätigungsfeld neben vielen anderen bleibt. In Projekten aber finden sie ein fest umschriebenes Gebiet von Jugendarbeit. Hier treffen die unterschiedlichsten Menschen zusammen, die das Interesse an einer Sache verbindet. Mit Projektarbeit öffnet sich der Jugendverband der Sachkompetenz von außen.

Die „wertvollsten Tage des Jahres“ sollen Wünsche nach Ruhe und Aktivität, nach Sonnenbad und Abenteuer erfüllen. Ob Camping oder Hüttenurlaub, Radtour oder Segelturn, Strandurlaub oder Bergwanderung, so unterschiedlich die Angebote auch sind, gemeinsam ist ihnen:

  • Ferien mit dem Jugendwerk sind Gruppenreisen. Die Gruppe bietet die Chance, sich selbst und andere besser kennen zulernen und schafft Vorrassetzungen für Erlebnisse, die nicht alltäglich sind.
  • Ferien mit dem Jugendwerk sind Versuche von sanftem Tourismus, wir planen ökologisch vertretbare Formen vom Tourismus und wollen nicht zerstören, was wir besuchen.
  • Ferien mit dem Jugendwerk beteiligen alle – Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Mitsprache und Eigeninitiative sind gefragt.
  • Ferien mit dem Jugendwerk überwinden Ländergrenzen sowie kulturelle und eigene Grenzen. Soziale Herkunft, Glaube oder Nationalität aller werden geachtet, denn wir verstehen uns als Gäste in fremden Ländern.
Kontakt
  • in Kassel:
    Wilhelmshöher Allee 32a
    34117 Kassel
    Tel. 0561 5076 470
  • in Fulda:
    Langebrückenstr. 14
    36037 Fulda
    Tel. 0561 5076 473
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